20.08.2019

„Lohnt sich nicht!“ ist der falsche Ansatz

Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Das fragen sich viele. Das ist jedoch der falsche Ansatz. Na klar, ein Produkt, mit dem man Kapital oder Rente aufbauen möchte, sollte sich lohnen. Man investiert über eine gewisse Laufzeit einen bestimmten Betrag und möchte natürlich eine attraktive Rendite erwirtschaften – oder zumindest die Inflation ausgleichen. Eine BUV ist jedoch eine Risikoversicherung und kein Sparprodukt. Sie „lohnt“ sich nur, wenn man auch berufsunfähig wird.

Wer jetzt innerlich einen Haken dran macht und denkt: „Brauch ich nicht!“, sollte sich mit der Datenlage beschäftigen. Statistisch gesehen wird in kaufmännischen Berufen jeder vierte und in handwerklichen jeder dritte berufsunfähig. Das Risiko für jeden einzelnen liegt also irgendwo zwischen 25 und 33 Prozent. Das ist gewaltig! Wer ein Einkommen benötigt, um seinen Lebensstandard zu halten, braucht auch eine BUV. Genauso wie jeder, der lebenslange Ausgaben hat, auch lebenslange Einnahmen braucht.

Kurz und gut: Jeder braucht eine BUV!

Ist denn nicht der Staat zuständig, wenn man nicht mehr arbeiten gehen kann? So lautet ein viel gehörter Einwand. Wer nach dem  01.02.1961 geboren ist, hat aber nur noch Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente (EMR). Diese ist schwer zu kriegen und fällt in der Regel klein aus. Die  volle EMR (ungefähr ein halbes Netto-Monatsgehalt) bekommt, wer nur weniger als drei Stunden täglich in jedem Beruf des allgemeinen Arbeitsmarktes tätig sein kann. Die halbe EMR (ungefähr ein viertel Netto-Monatsgehalt)  erhält, wer zwischen drei und sechs Stunden täglich in irgendeinem Beruf des allgemeinen Arbeitsmarktes tätig sein kann. Ergo: Die eventuelle Sozialleistung des Staats sollte also besser nur als „Hinzuverdienst“ kalkuliert werden.

Bei einer privat abgeschlossenen Versicherung ist „berufsunfähig sein“ dagegen in der Regel wie folgt definiert: Die versicherte Rente erhält, wer zu mindestens 50% auf voraussichtlich mindestens sechs Monate hinaus außerstande ist, den zuletzt ausgeübten Beruf auszuüben. Egal wie oder wodurch jemand seine Arbeitskraft verloren hat, eine private BUV bedeutet eine monatliche Rente bis zum versicherten Endalter.

Laut dem Verband der Deutscher Rentenversicherungsträger wird sogar mindestens jeder vierte Arbeitnehmer frühzeitig erwerbsunfähig. Entgegen der landläufigen Meinung trifft es nicht nur Ältere, sondern auch die Jungen. 42% aller Antragsteller auf Erwerbsminderungsrente sind unter 50 Jahre alt.

Eine gute BUV ist also ein Muss – und viel wichtiger als die üblichen „nice to have“ Versicherungs-policen für das Handy oder das teure Fahrrad. Die wichtigste Frage beim Abschluss ist: Wie viel brauche ich monatlich zum Leben? Wer eine Faustregel ansetzen möchte, sollte mindestens 70% des BRUTTOeinkommens versichern. 70% des NETTOeinkommens wären nämlich zu wenig, weil man ja zunächst einmal seine Fixkosten (Miete, Lebensmittel, Finanzierung, Rentenplanung usw.) weiter bedienen muss. Hinzu kommen eventuell noch Behandlungs- und Genesungskosten. Zudem wird auch die BUV-Rente selbst besteuert. Jeder sollte sich vom Versicherungsmakler seines Vertrauens seine individuelle Versorgungslücke berechnen lassen.

FAZIT

BUV nur mit Hilfe eines Profis abschließen! Denn: Der Versicherungsmakler (VM) ist vom rechtlichen Standpunkt aus „Interessenvertreter“ des Versicherungsnehmers. Kurz gesagt, muss er seine Kunden so beraten als würde er sich selbst beraten. Ansonsten ist er in der Haftung. Nicht nur bei der Vermittlung ist dies ein wichtiger Punkt, sondern auch im Schadensfall. Bei einem fiktiven Gerichtsverfahren gegen eine Versicherung würde er auf der Bank seines Kunden sitzen und nicht auf der Seite der Versicherung stehen. Der VM erhält vom Kunden keine Vergütung und berät so gesehen kostenlos. Wie andere Vermittler auch, erhält er eine Courtage für zufriedene Kunden direkt vom Versicherer. Für den Kunden entstehen somit keine Kosten, im Gegenteil: Durch den ganzheitlichen Marktüberblick kann ein guter VM seinen Kunden das beste Preis-/ Leistungsverhältnis heraussuchen und so oft für einen adäquaten und leistungsstarken Versicherungsschutz sorgen. Deshalb wird er im Rahmen seiner Maklerhaftung darauf achten müssen, dass er seinen Kunden Tarife und Gesellschaften anbietet, die im Leistungsfall schnell und unkompliziert bezahlen sollen. Sicher ist sicher!

Ihr Alexander Kukovic

 

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